if its on teh interweb it must be true

Seminar „Theorizing the Internet“ WS 08/09

Seminar für DissertantInnen

Theoretische Überlegungen in der sozialwissenschaftlichen Bearbeitung des medientechnologischen Phänomens Internet

Das Internet rückt mit seiner steigenden gesellschaftlichen Bedeutung zunehmend in den Fokus sozialwissenschaftlicher Forschung. Dabei bedient sich die Forschung einer breiten Palette von Theorien und Methoden aus unterschiedlichen Disziplinen, um soziokulturelle Aspekte in der Produktion, Nutzung und Distribution der Medientechnologie Internet zu behandeln. Auf theoretischer Ebene kommen einerseits entsprechend adaptierte „klassische“ sozialwissenschaftliche Theorien zum Einsatz, andererseits werden „neue“ theoretische Überlegungen entwickelt. Im Seminar soll der Frage nachgegangen werden, wie unterschiedliche Theorien und theoretische Modelle der interdisziplinären Sozialwissenschaften für die Analyse des Internets und seiner sozialen Handlungsräume verwendet werden können.

Ziel dieses interdisziplinären Seminars ist zum einen die Überprüfung der Voraussetzungen klassischer sozialwissenschaftlicher Theorien und das Hinterfragen ihrer Eignung in Anbetracht der Anwendung in der Internetforschung sowie deren Rekonstruktion im Hinblick auf die Internetkommunikation. Zum anderen sollen neue theoretische Modelle und Konzepte vorgestellt und kritisch diskutiert werden.

Etablierte WissenschaftlerInnen stellen a) Aspekte ihrer Forschung vor, die dann b) gemeinsam mit Diskussionspapieren der SeminarteilnehmerInnen diskutiert werden.

Zielgruppe sind Doktoratsstudierende, insbesondere jene der Fakultät für Sozialwissenschaften, die sich im Rahmen ihrer Dissertation mit der Annäherung an soziokulturelle Phänomene in und durch Internetkommunikation beschäftigen.

Leitung erfolgt durch die Projektgruppe:

  • Mag. Philipp Budka (philipp.budka (at) univie.ac.at), Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
  • Maga. Astrid Mager (astrid.mager (at) univie.ac.at), Institut für Wissenschaftsforschung
  • Mag. Axel Maireder (axel.maireder (at) univie.ac.at), Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft

Themen

  • Das Internet im Kontext von globalisierungstheoretischen und cyberanthropologischen Überlegungen: Wie lässt sich das Internet aus Perspektive globalisierungstheoretischer Überlegungen erfassen, beschreiben und analysieren? Wie wird die „globale“ Technologie Internet lokal genutzt, adaptiert und verändert? Wie beeinflussen lokale Nutzungsformen globale Produktionsformen? Wie verändern Internettechnologien menschliche Vergesell- und Vergemeinschaftungsformen? Welchen Einfluss hat der „Cyberspace“ auf Konstruktionen von Identität und Wissen?
  • Cyberscience“: Wissenschaftstheoretische Aspekte und Bedeutungen von Internettechnologien im wissenschaftlichen Kontext: Was können Konzepte der Wissenschafts- und Technikforschung zum Verständnis des Internet beitragen? Wie verändern Internettechnologien soziale Handlungsräume wie das Wissenschaftssystem und seine internen Logiken? Wie wirken sich diese Technologien auf die Produktion und Verteilung von (wissenschaftlichem) Wissen aus? Welche Möglichkeiten und Gefahren gehen mit Entwicklungen rund um „Online Publishing“ und „Open Access“ einher? Welche Zukunftsvisionen werden formuliert?
  • Das Internet aus medienphilosophischer Perspektive: Welche Beitrag leisten medienphilosophische Überlegungen in der sozialwissenschaftlichen Bearbeitung des Internet? Wie lassen sich philosophische Konzepte und Modelle in der Internetforschungspraxis anwenden? Inwieweit behandeln philosophische Theorien die Medialitäten von Denken und Kommunikation im Kontext von Internettechnologien?

Ablauf des Seminars

1. Termin:  Vorbesprechung

  • Termin: 8. Oktober 2008
  • Dauer: 18.30-20.00
  • Leitung: Projektgruppe
  • Ort: Das Seminar findet im Graduiertenzentrum der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Wien statt: Ferstelgasse 5/25, 1090 Wien.
  • Inhalt:
    • Vorstellung des Seminarfahrplanes, der SeminarteilnehmerInnen und der Lehrpersonen (in Abwesenheit);
    • Besprechung der Anforderungen für das Diskussionspapier,
    • Einteilung Themen & Termine (je 5 Präsentationen / Termin)

Eingereichte Diskussionspapiere werden von der Projektgruppe an alle TeilnehmerInnen und die Lehrpersonen geschickt, sodass diese genug Zeit haben die Arbeiten vor dem entsprechenden Seminartermin zu lesen.

2.-4. Termin: Seminar

  • Termine: Je ein Freitag im November 2008 / Dezember 2008 / Jänner 2009
  • Dauer: jeweils ganztägig, 4×1,5h
  • Struktur: Bei jedem Termin
    • Einheit 1 (90min): Input Lehrperson
    • Einheiten 2 und 3 (180min): Präsentation Diskussionspaper
    • (je 5 / Termin), Diskussion der konkreten Paper mit TeilnehmerInnen und Lehrperson
    • Einheit 4 (90 min): Zusammenfassung, Festhalten der Ergebnisse

21. November:

Das Internet im Kontext von globalisierungstheoretischen und cyberanthropologischen Überlegungen

Univ.Prof. Elke Mader/ Ao. Univ.-Prof. Dr. Manfred Kremser

5. Dezember 2008:

„Cyberscience“: Wissenschaftstheoretische Aspekte und Bedeutungen von Internettechnologien im wissenschaftlichen Kontext

Univ.-Doz. Mag. Dr. Michael Nentwich

16. Jänner 2009:

Das Internet aus medienphilosophischer Perspektive

Ao. Univ.-Prof. Dr. Herbert Hrachovec

(Details s.o.)

5. Termin: Nachbesprechung

  • Termin: Abendtermin Ende Jänner 2009
  • Dauer: 1,5 h
  • Leitung: Projektgruppe
  • Inhalt: Zusammenfassung der Seminartermine, Abschließende Diskussion der Themen, Überlegungen zur Verwertung der Ergebnisse

Anforderungen

An die TeilnehmerInnen

  • Vorbereitung eines Diskussionspapiers zu einem theoretischen Problem in Zusammenhang mit der eigenen Dissertation, passend zu einem der drei Seminartermine, wahlweise in deutscher oder englischer Sprache, 5-7 Seiten Umfang (Abgabetermine werden bei Vorbesprechung im Oktober 2008 bekannt gegeben)
  • Präsentation des Diskussionspapiers an einem der drei Seminartermine

An die Lehrpersonen

  • Vorbereiten einer Präsentation zum Thema der Seminareinheit
  • Lesen der und Vorbereiten von Statements zu den Diskussionspapieren (maximal 5 / Lehrperson)
  • Feedback für und Diskussion mit den SeminarteilnehmerInnen (kann bei Bedarf auch online mittels Mailingliste weitergeführt werden)

Anzahl der TeilnehmerInnen

15 Personen, davon mind. 2/3 Studierende der SoWi-Fakultät

1 Kommentar »

  1. Lieber Philipp,

    Nach erstmaligem Lesen Deines Lehrangebots/Danke: die Gedanken sind gut; vergiss nicht, welche i/c/t.Schwierigkeiten Rechner-up-date-Zentren und by-products verursachen und so manche Debatten von Wissens-Produktion eigentlich in den Schatten gestellt haben.

    Alle WISSEN, dass Rechnen, Schreiben und Lesen nicht nur Ethische Stellungnahmen einforderN und trotzdem nicht immer in den Tertiären Sektor verschoben werden KÖNNEN. Auch die Kommunikationswissenschaften üben und verweisen und dies obwohl die Kulturwissenschaften neue Blüten zu bewältigen haben; auf CDA mit oder ohne der schwiergen Klage des ‚Metaphorischen‘.
    Wer aber liebt diesen Apparat der analogen Kamera, des Lichts, der Photone, des C, der CERN, des Atomistischen?

    Rudolf Arnheim schrieb (1931) einen Beitrag mit dem Titel ‚Lob der Charge‘.

    „Die handelnden Personen in unseren Filmen zerfallen, wie man im deutschen Aufsatz sagen würde, auf den ersten Blick in zwei Teile. In die Heldenspieler und die Chargenspieler. … In Meyer Konversationslexikon kann man lesen, daß unter Charge> das Übertriebene und Karikierte in der Kunst zu verstehen sei. Demgegenüber möchten wir behaupten: Der Chargenspieler zeigt den Menschen, wie er ist, der Heldenspieler zeigt ihn, wie man ihn gerne möchte. … Dieselben Unterschiede wie die Maske zeigt das Spiel. … Man enthrone die Wertbegriffe des Ateliers und sehe sich mal draußen um, und man wird mit Erstauen feststellen, daß in dieser unserer wirklichen Welt lauter Chargen herumlaufen und keine Heldenspieler!“

    Alles Gute.
    Helga Lomosits

    Viel Erfolg.
    Helga Lomosits

    Kommentar von helga lomosits — 9. Mai 2009 @ 23:16


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